Oper - Giacomo Meyerbeer: Vasco da Gama
Eine Kritik von Matthias Käther
Wer sich an ein kompliziertes und extrem schwieriges Werk wie Meyerbeers "Vasco da Gama" wagt, sollte gut gerüstet sein – es braucht fantastische, belastbare Stimmen, ein gutes Händchen für die Striche, die Meyerbeer selbst in diesem Vierstundenwerk nicht mehr vornehmen konnte, und die Fähigkeit, diesen stilistischen Flickenteppich, der im Zeitraum von über einem Vierteljahrhundert entstanden ist, einigermaßen homogen klingen zu lassen.
Wie durch Magie ist das alles hier gelungen. Die beste Umsetzung, die ich bisher gehört habe, kommt nicht aus New York, Berlin oder Paris, sondern aus Frankfurt am Main. Claudia Mahnke als Selika ist so gut, dass diesmal sogar Star-Tenor Michael Spyres an ihrer Seite verblasst.
Antonello Manacorda fächert Meyerbeers fast kammermusikalischen Orchestersound beglückend auf.
Großer Wurf!
Matthias Käther, radio3