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Der Turmbau zu Potsdam
Der umstrittene Wiederaufbau der Garnisonkirche
Von Sigrid Hoff

Die Garnisonkirche in Potsdam steht für die Verbindung zwischen Protestantismus und Nationalismus. Ihre Geschichte ist durch den "Tag von Potsdam" belastet: Am 21. März 1933 reichte hier Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand. 1968 wurde die kriegsbeschädigte Kirche vom DDR-Regime gesprengt. Um die Pläne zum Wiederaufbau gab es von Anbeginn Streit. Gegner befürchteten, dass die Kirche zum Wallfahrtsort für Rechtsextreme werden könnte. Die Stiftung Garnisonkirche und die evangelische Kirche dagegen kündigten eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes an. Im August 2024 wurde der barocke Turm als Lern- und Begegnungsort eröffnet. Ist der Streit damit beigelegt oder hält die Kritik an dem symbolträchtigen Gebäude an?
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Wofür ich lebe: Leben retten
Von Matthias Alexander Schmidt und Sophia Eickholt

Ob Herzstillstand oder Blutkrebsdiagnose - in lebensbedrohlichen Situationen kommt es auf schnelle Hilfe an. Und auf ehrenamtlich Helfende. Philipp Ripkens transportiert als On-Board-Kurier Stammzellen passender Spender zu Leukämie-Patienten auf der ganzen Welt. Kevin Piroth übernimmt als First Responder der Johanniter die Erstversorgung von Verletzten am Unfallort, bis der Rettungsdienst eintrifft, in der Nähe seines Wohnorts im Saarland. Was motiviert die jungen Männer dazu - in ihrer Freizeit und neben ihren Hauptberufen in ganz anderen Bereichen? Geld ist es nicht, sie erhalten höchstens Aufwandsentschädigungen. Und ob jeder Einsatz am Ende tatsächlich Leben rettet, wissen sie nicht, können es nur hoffen und ihren Teil dazu beitragen.
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Zurück auf Los
Von Neuanfang und zweiter Chance
Von Kirsten Dietrich

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", so beschwört es Hermann Hesse. Wer einen Neuanfang wagt, hat vorher meist eine Krise erlebt, einen Verlust, ein unerwartetes Wegbrechen des sicheren Bodens unter den Füßen. Eine Witwe etwa, die nach einer Trauerphase lernt, ihr Leben allein zu bewältigen. Ein Geflüchteter, der sich in einem neuen Land und einer fremden Sprache zurechtfinden muss. Eine Krebskranke, die nach Diagnose und Therapie mit einem veränderten Körper und der Angst vor einem Rückfall leben muss. Ein Konvertierter, der aus einer Glaubenskrise in einer neuen Religion seine spirituelle Sprache sucht. Ein Neustart hat was von Auferstehung: aus dem Dunkel zu neuem Leben - aber mit dem Wissen ums frühere Scheitern. Menschen nach einem Neuanfang erzählen, was ihnen dabei hilft und Hoffnung gibt.
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Wofür ich lebe: Musik
Von der Leidenschaft für die Weltsprache der Klänge
Von Sigrid Hoff

Sie können engagiert über ihre Leidenschaft reden, aber ihre eigentliche Botschaft verkünden sie mit Tönen: Claudia Stein, Soloflötistin der Staatskapelle Berlin, will mit ihrem Instrument Menschen für die Musik aller Epochen, insbesondere aber für die Musik der Gegenwart begeistern. Der Deutsch-Palästinenser Bakr Khleifi beweist mit der Oud, der arabischen Kurzhalslaute, dass Musik kulturelle Grenzen überwindet. Der Musikwissenschaftler und Pianist Jascha Nemtsov lässt die untergegangene Vielfalt jüdischer Musik aus Osteuropa wiedererklingen. Für alle ist Musik Muttersprache und Weltsprache, mit der sich der interkulturelle Dialog auch ohne Worte führen lässt. Ein Leben ohne Musik ist für die drei Profis nicht vorstellbar.
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Kleiner Diktator oder großer Präsident?
100 Tage Donald Trump
Von Nina Barth, Ralf Borchard und Sebastian Hesse

Am 20. Januar ist Donald Trump zum zweiten Mal ins Weiße Haus eingezogen, Ende April wird er 100 Tage im Amt sein. Im Wahlkampf hatte er halb ironisch versprochen, kein Diktator zu werden -"außer am ersten Tag". Für seine Anhänger hat er gute Chancen, der "größte konservative Präsident des Jahrhunderts" zu werden. Für seine Kritiker dagegen testet Trump die Grenzen präsidentieller Macht aus und gefährdet die Demokratie. Eins jedenfalls ist klar, Donald Trump ist fest entschlossen, seine "Make America Great Again"-Agenda umzusetzen. Der Umbau des Staats-apparates läuft - mit Hilfe von Elon Musk. Strafzölle sind umgesetzt oder zumindest angedroht, illegal Eingewanderte werden abgeschoben. Was sagen Amerikanerinnen und Amerikaner? Spüren sie Veränderungen bei der Arbeit und im privaten Umfeld?