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Ein Gespräch mit Deniz Yücel
Boykotte hat es schon in der Antike gegeben. Im Jahr 332 v.u.Z. zum Beispiel kam bei einer Olympiade heraus, dass ein Sportler aus Athen beim Fünfkampf betrogen hatte. Dafür sollte Athen Strafe zahlen - tat es aber nicht. Stattdessen beschloss der Stadtstaat, nicht mehr an Olympiaden teilzunehmen. - Das war ein Boykott, bevor man den Begriff überhaupt kannte. Der spielt nämlich auf den Namen des englischen Grundstücksverwalters Charles Cunningham Boycott ab, der im 19. Jahrhundert seine irischen Pächter derart drangsalierte, dass sie sich gegen ihn zusammenschlossen und dafür sorgten, dass ihm niemand mehr etwas verkaufen oder für ihn arbeiten wollte. Heute gibt es die verschiedensten Boykottformen, aber alle wollen Druck aufbauen - moralisch und vor allem wirtschaftlich. Ob das immer gerechtfertigt ist, darüber sprechen wir mit dem Journalisten Deniz Yücel, der gerade die Proteste in der Türkei beobachtet.